Gesetzte Bojen haben in der Regel zwei Einsatzfelder. Zum Einen wird ein noch untergetauchter Taucher bereits vor dem auftauchen sichtbar, so dass der Schiffsverkehr Notiz nehmen kann. Zum Anderen bietet das Bojenseil eine Referenz beim auf- bzw. austauchen. In beiden Fällen ist der Einsatz einer Boje sinnvoll. Grundsätzlich ist das Setzen der Boje kein Notsignal, also bitte nicht die Rettungskräfte alarmieren, wenn sich eine Boje an der Wasseroberfläche befindet. Befinden sich jedoch Wetnotes an der Boje, sollten diese umgehend eingeholt werden um die dort notierten Nachrichten zu lesen und ggf. entsprechende Schritte einzuleiten.
Eine Boje wird sehr oft bei Wracktauchgängen verwendet. Kommt es zu der Situation, dass ein zurückkehren zur Ankerleine nicht möglich ist, muss nach Ablauf der geplanten Grundzeit der Aufstieg im Freiwasser eingeleitet werden. Grundsätzlich ist ein solcher Aufstieg bei entsprechender Routine auch ohne Boje möglich. Jedoch erreicht man durch das Setzen der Boje, dass das Tauchboot auf einen aufmerksam wird und ggf. Schritte einleiten kann um die Taucher nach ihrem Auftauchen wieder an Bord zu nehmen. Selbstverständlich ist es für den Taucher selber auch angenehmer die Tiefe über eine Boje zu halten, als ständig den Tauchcomputer zu überwachen.
In heimischem Seen hingegen ist m.E. der Einsatz einer Boje kaum erforderlich, es sei denn es ist ein Freiwasseraufstieg geplant bzw. erforderlich. In speziellen Fällen, wird die Boje auch gerne eingesetzt um einem Supportteam eine Mitteilung zu übermitteln. Letztlich sollte jedoch ein geplanter Einsatz der Boje (und dessen damit verbundene Bedeutung) im Vorfeld geklärt werden.
Wie auch immer, der Einsatz einer Boje ist unter Umständen erforderlich und muss daher trainiert werden.
Um diese Übung durchführen zu können müssen folgende Gegenstände vorhanden sein:
Um eine Boje richtig verwenden zu können muss man grundsätzlich Übung im tarieren haben und in der Lage sein, die Wassertiefe konstant zu halten. Dabei muss der Taucher immer eine nahezu horizontale Lage im Wasser einnehmen. Hat man noch keine Erfahrung im Boje setzen, sollte sich jeder ausreichend Zeit nehmen und die Übungen langsam und bedacht durchführen und erst starten, wenn man neutral austariert ist - also weder steigt noch sinkt.
Der gesamte Füllvorgang lässt sich in sieben (7) Hauptschritte einteilen. Die Einteilung wurde hier bewusst so fein vorgenommen um die Inhalte und die Durchführung der Übung so exakt wie möglich zu beschreiben.
Die Boje wird gefaltet und in dem Storagepack der Backplate verpackt. Schön und gut. Wie faltet man jedoch die Boje, so dass sie im Falle eines Falles auch einfach wieder aus dem Storagepack befreit werden kann? Widmen wir uns dazu zunächst dem Falten. Sinngemäß kann man die Aussage treffen, dass die Boje wie eine Ziehamonika zu falten ist. Da sie aber in der vollen Breite nicht in das Storagepack passt, müssen die Ecken zunächst zur Mitte gefaltet werden. Bei dem zusammenfalten der Ecken ist darauf zu achten, dass die Boje zum Karabiner hin etwas spitz zusammenläuft.
Nach dem die Boje nun ordentlich zusammengelegt wurde und sich im Storagepack befindet, ist nur noch ein letzter Schritt erforderlich - das einklinken des Karabiners. Dieser banal anmutende Schritt hat es jedoch in sich. Es gibt zwei verschiedene Arten die Boje mit dem Taucher zu verbinden. Die erste ist, dass der Karabiner in den hinteren D-Ring des Schrittgurtes eingeklinkt wird, hierbei ist unbedingt zu beachten, dass die Öffnung des Karabiners zum Taucher zeigt - dies erleichtert das Befreien der Boje ungemein. Die zweite Variante besteht darin, dass der Karabiner in den D-Ring des Bauchgurtes eingeklinkt wird. Beide Varianten sind möglich. Mir persönlich ist es lieber, wenn die Boje in dem hinteren D-Ring des Schrittgurtes eingeklinkt ist. Warum? Nun, taucht man mit Stages, ist man dankbar für jeden Karabiner der sich nicht in dem Bauch-D-Ring befindet, denn jeder zusätzliche Karabiner bedeutet mehr Aufwand beim Identifizieren der Stage-Karabiner. Tauche ich hingegen ohne Stages, klinke ich die Boje in den Bauch D-Ring ein - weil diese Methode einfach ein bequemeres ziehen der Boje erlaubt.
In der linken Beintasche befindet sich die Spool mit der aufgerollten Schnur. Die Schnur wird an der Boje befestigt, das Spool dient später als „Griff“ für das Leinenende. Das entnehmen der Spool erfolgt am besten so, dass der gesamte Tascheninhalt einmal entleert wird. Da alle Utensilien innerhalb der Tasche befestigt sind kann nichts verloren gehen. Ist der gesamte Tascheninhalt entleert kann man in aller Ruhe die Spool ertasten, ausklinken und zum nächsten Schritt übergehen.
Am rechten Arm befindet sich eine kleine Schlaufe am Computer, bzw. die Gummibänder die den Computer fixieren. Das freie Ende des Doppelender wird hier eingeklinkt und die Spool kurz „zwischengeparkt“. Nach dem die Spool nun sicher befestigt ist, kann man die Beintasche wieder schließen und zu Schritt vier übergehen.
Egal ob sich die Boje im hinteren D-Ring des Schrittgurtes, oder im D-Ring des Bauchgurtes befindet, die Boje muss jetzt ausgeklinkt werden. Dies erfolgt mit der linken Hand und einem Griff zum jeweiligen D-Ring. Man sollte sich Zeit nehmen, insbesondere, wenn die Boje im hinteren D-Ring des Schrittgurtes eingeklinkt ist, neigt man schnell dazu den Trimm, sprich die Tarierung zu verlieren. Hier ist es besonders zu Anfang ratsam langsame und bedachte Bewegungen durchzuführen. Die Geschwindigkeit ist zunächst nicht ausschlaggebend und kommt von ganz alleine bei entsprechender Wiederholung der Übungen.
Ist der Karabiner ausgehakt zieht man die Boje nach unten, also Richtig Po, aus dem Storage Pack heraus. Ist diese richtig gefaltet, stellt dieser Vorgang kein Problem dar. Ist jedoch die „Ziehharminka“ falsch zusammengelegt kann sich die Boje so sehr verkannten, dass ein Ziehen nur noch mit roher Gewalt möglich ist. Nach dem die Boje erfolgreich gezogen wurde und sich in der rechten Hand befindet, geht man zu Schritt fünf über.
In der rechten Hand befindet sich nach wie vor die Boje, man löst nun mit der linken Hand den Doppelender der Spool vom Computer – danach befreit man die am Spool gesicherte Schnur, der Doppelender bleibt jedoch im Schnurende der Spool eingehakt und zieht die Schnur senkrecht nach unten, der Karabiner arbeit sozusagen als ein "Lot".
Der entscheide Augenblick kommt jetzt: In der einen Hand hält man den Karabiner der Boje, mit der anderen Hand wird der Doppelender samt der Schnur durch das Auge des Karabiners der Boje geführt. Dabei spielt es letztlich keine Rolle in welcher Hand sich was befindet. Nach diesem Akt sichert eine einfache Schlaufe die Befestigung der Schnur an dem Bojen-Karabiner.
Warum aber durch das Auge des Bojen-Karabiners? Die Antwort ist schnell gegeben. Setzt man eine Boje, kann man es sich nicht leisten das Risiko einzugehen, dass sich die Verbindung zwischen Schnur und Boje ungewollt löst. Würde man die Schlaufe der Spool in den Karabiner einhaken, bestünde die Möglichkeit, dass die Schnur durch den Mechanismus des Karabiners rutscht. Dieses ist zugegebener Maße recht unwahrscheinlich, jedoch gerade bei dünnen Schnüren tatsächlich möglich – und wie gesagt; man sollte kein unnötiges Risiko eingehen, wenn man eh schon gezwungen ist die Boje zu setzen, also schließt man dieses Risiko gänzlich aus.
Nach dem die Schlaufe erfolgreich eine dauerhafte Verbindung zwischen der Schnur und der Boje hergestellt hat, kann der Doppelender entfernt werden und in den rechten Brust D-Ring des Harness eingeklinkt werden.
Dieser Schritt dürfte wohl der spannendste von allen sein. Sollte man über keine Routine verfügen, empfiehlt es sich dringend dies mehrmals im Flachwasserbereich (bis 3m) zu üben.
Die Schnur wird wieder soweit auf die Spool gerollt, dass der Karabiner der Boje möglichst dicht an die Spool gelangt. Die Boje befindet sich in der rechten Hand, die Spool in der Linken. Mit der rechten Hand wird die Boje so gefasst, dass das Ventil der Boje in der Handinnenfläche liegt und der Daumen und Zeigefinger das Ventil fest fixieren können.
Nun löst man den Inflator des Einlassventils am Trockentauchanzug, verbindet das Ventil der Boje mit dem Inflator des Trockentauchanzuges und befüllt die Boje. Wichtig ist, dass der Taucher bei dem Füllvorgang das Gewicht nach vorne verlagert, also praktisch eine kopflastige Lage einnimmt. Nur so kann dem erzeugten Auftrieb entgegengewirkt werden.
Nach einer gewissen Füllzeit löst man die Verbindung und steckt den Inflator sofort wieder in den Trockentauchanzug. Jetzt zieht man die Boje vor, kontrolliert ob das Seil frei liegt und lässt die Boje nach oben entweichen. Die Spool wird sich vor den Augen des Tauchers abrollen, man sollte die Spool übrigens nicht loslassen, sondern sie mit den Fingerspitzen in den axialen Löchern fixieren. Lässt man sie los kann es passieren, dass sich die Schnur nicht vollständig abrollt und die Boje somit weit über einem schwebt - mit einer halb abgerollten Spool (so passiert beim üben!)
Ein Tipp ist noch wichtig um die Boje erfolgreich zu befüllen, der Taucher muss zwingend während des Füllvorgangs eine horizontale Lage einnehmen, besonders beim Füllvorgang. Erfolgt dies nicht, ist es praktisch nicht möglich dem Auftrieb der Boje entgegenzuwirken – was konsequenter Weise zum ungewollten verlassen der Tauchtiefe führen kann.
Hat die Boje die Oberfläche erreicht, wird die Spool sich nicht mehr abwickeln. Dies ist der Zeitpunkt an dem der Karabiner wieder gelöst wird und zum sichern der Schnur eingesetzt wird. Soll nun die Tauchtiefe geändert werden muss die Schnur entsprechend auf- bzw. abgewickelt werden.
Was gilt es sonst noch zu beachten? Ein paar Ideen, die meiner Meinung nach recht nützlich sind.
Fällt der Tiefenmesser aus, ist es sinnvoll ein „Backup-Tiefenmesser“ System zur Hand zu haben. Dazu können in drei Meter Abständen Knoten in die Schnur der Spool eingeknotet werden. Dabei geht man wie folgt vor:
Ich persönlich habe nur bis zur 9m Marke Knoten in die Schnur geknüpft, jedoch kann auch die 12 Meter Marke durchaus sinnig sein. Meines Erachtens sind die 3 und 6 Meter Knoten die wichtigsten, da mit Hilfe dieser Knoten die letzte Phase eines Tauchgangs (tiefentechnisch) sicher durchgeführt werden kann (man denke hier auch an dieSauerstoff-Dekompression auf 6 Meter). Der 9 Meter Knoten dient mir dazu, unmittelbar vor der Sauerstoff-Dekompression einen Stopp mit dem Bottom Gas einzulegen.
Wichtig ist, dass der Taucher immer einen zweiten Zeitmesser mit sich führt um evt. durchzuführende Dekompressionsstufen zeitlich genau zu koordinieren, falls der Computer ausgefallen sein sollte.
Das aufrollen der Schnur sollte so erfolgen, dass sich die Spool um die Schnur dreht und nicht die Schnur um die Spool – so kann einem verdrillen der Schnur entgegengewirkt werden und reduziert das Risiko eines „Schnursalats“ unter Wasser.
Die Spool sollte nur soviel Schnur aufnehmen, dass der Doppelender immer bequem in die seitlichen Löcher eingeklinkt werden kann. Insbesondere bei kalten Fingern, kann sich das Sichern der Schnur zu einer Geduldsprobe entwickeln.
...und dass alles bei einer horizontalen Lage im Wasser; ist doch klar, oder?
Viel Spaß beim Üben!
Ihr habt eine Meinung, Anregung oder Kritik zum Bericht?
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Trilaminator, 02.09.2010 - 22:13 Uhr
Moin,
feine Fotos, aber was ist das für ein wahnsinnig großes Wing???
55lbs für die kleinen D12er ist echt VIEL zu groß!
Liebe Grüße
aus Leipzig
Euer TRI
z, 11.04.2010 - 17:12 Uhr
fgh
retwt bret, 11.04.2010 - 17:07 Uhr
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